Über Mich - Katharina Höricke
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Über mich

„Als ich zur Schule ging, wurde ich gefragt, was ich werden möchte, wenn ich groß bin.

Ich antwortete: „Glücklich.“

Sie sagten mir, dass ich die Frage nicht verstanden hätte, und ich sagte ihnen, dass sie das Leben nicht verstanden hätten.“ (John Lennon)

Portrait Katharina Höricke, Systemischer Coach und Achtsamkeitstrainerin für Hochsensible in Potsdam und Berlin
 • Kurz und Knapp • 

 

Leichtigkeit, Freude und Verbundenheit bestimmen mein jetziges Leben. Vorher habe ich auf meinem Lebensweg allerdings noch eine ganze Menge an Schwierigkeiten mitgenommen. Auch der Weg zu einer annehmenden Haltung gegenüber meiner Hochsensibilität war ein langer Prozess. Was mich leitete, war der Gedanke, dass es mir irgendwann besser gehen wird.

 

Heute bin ich glücklich darüber, dass die ganzen „herausfordernden“ Erfahrungen, die ich gemacht habe, ihren vollen Sinn in meiner Tätigkeit als Coach erfüllen.
Mit meiner Ausbildung zur Systemischen Coachin erfüllte ich mir einen Lebenswunsch. Hier kann ich unterstützend anwenden, was ich auf meinem Lebensweg erfahren habe.

Was ich tue, tue ich mit einer innigen Herzlichkeit, aus einer tiefen Anteilnahme heraus und mit einer absolut annehmenden Haltung.

Erst in den letzten Jahren ist mir richtig bewusst geworden, wie wenig Freude ich früher empfinden konnte. Daher ist es mir wichtig zu erwähnen, dass das hier Beschriebene rückwirkend von mir bewertet wird. Denn im Laufe meiner Entwicklung dachte ich immer wieder, dass es mir bereits ganz gut ginge. Also, erst in der Rückschau erlange ich eine Klarheit darin, wie viel Steigerung der Freude und Verbundenheit noch möglich war.

Meine Geschichte ist eine Einladung dazu, sich inspirieren zu lassen und sich selbst und das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen.

 

 • Wenn Du mehr über mich wissen möchtest • 

 

Mein Lebenslauf ist ziemlich typisch für eine hochsensible Person. Mein Umfeld fand mich, eher negativ betrachtet, verträumt, langsam und zu empfindlich. Ereignisse berührten mich auf der emotionalen Ebene besonders tief und nachhaltig. Mein Gerechtigkeitsempfinden war bereits in der Grundschule stark ausgeprägt. Ich hatte ein großes Bedürfnis nach Schlaf. Meine Überreizung wahrzunehmen musste ich erst lernen.
Es gab schöne Momente und auch schmerzhafte – beides war immer sehr aufregend!

Ich versuchte mir mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten, da ich dem Druck der Leistungsgesellschaft nicht nachgeben wollte. Gleichzeitig versuchte ich mich aber auch anzupassen und machte mir Stress, dem Außen doch irgendwie gerecht zu werden.

Irgendwann war ich überreizt und kurz vor einem Burnout. Dieser Prozess fand ganz schleichend statt. Mir war immer noch nicht bewusst, was genau es bedeutet hochsensibel zu sein und gleichzeitig in Berlin zu wohnen, 2 Jobs zu haben und in einer Gesellschaft zu leben, in der Arbeit einen so hohen Stellenwert hat.
Ich habe erst heute das Gefühl, meine Empfindsamkeit richtig durchdrungen zu haben. Es fühlt sich manchmal noch komisch an, Bedürfnisse im Zusammenhang damit zu äußern, aber ich weiß, wie wichtig es ist, dass ich bei mir bleibe und mich nicht am Außen orientiere. Nur ich weiß, was mir gut tut.

 

 • Falls Du noch mehr über mich wissen möchtest • 

 

Ich bin in Berlin-Friedrichshain geboren und aufgewachsen und entschied mich nach 40 Jahren Großstadt in eine ruhigere Gegend, in meinem Fall nach Potsdam-Babelsberg, zu ziehen. Das war ein weiterer wichtiger Schritt, um mehr Ruhe in mein Leben zu integrieren.

 

Zurückschauend ging es mir nie um etwas anderes – darum, Ruhe in mein System, in mich zu bringen. Der Grund dafür war, dass ich bereits als junges Mädchen begann, psychische und körperliche Spannungen anzusammeln. Wie bei den meisten von uns, hing das vor allem mit meiner Herkunftsfamilie zusammen. Meine Beziehung zu meinen Eltern nahm jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten starke Schäden.

 

Auch mit mir selbst fühlte ich mich nicht wohl. Ich wusste nichts mit mir anzufangen, wenn ich alleine war – ich fühlte mich einsam. Ich schrieb damals in mein Tagebuch:
„Wenn es mir doch nur einen Tag mal gut gehen würde.“ Meine Gedanken beinhalteten viele Grübeleien. Ich war traurig, auch wenn es nach außen hin oft nicht so wirkte.

 

Heute weiß ich, dass all die schmerzhaften Erfahrungen, die ich gemacht habe, gut waren. Ohne sie wäre ich nicht die, die ich bin. Und auch ohne meine Eltern, so wie sie sind und waren, wäre ich nicht die, die ich heute bin. Sie waren die besten Eltern, die sie sein konnten.

 

 • Ich wollte verstehen • 

 

Um dort hin zu gelangen, wo ich jetzt bin, ging ich einen langen Weg der Persönlichkeitsentwicklung. Ich begann mich bereits früh für Psychologie und Philosophie zu interessieren.
Ich wollte wissen, wie der Mensch „funktioniert“, warum wir so sind, wie wir sind und tun, was wir tun. So las ich mit 18 Jahren Erich Fromm „Die Kunst des Liebens“. Das Buch beschäftigte mich nachhaltig, da mir durch es bewusst wurde, dass ich erst richtig lieben kann, wenn ich mich selbst liebe. Und da ich, wie wir wohl alle, geliebt werden wollte, musste ich zuerst herausfinden, wie das geht, mit der Selbstliebe.

 

 • Ich wollte anderen helfen • 

 

Aber bevor das mit der Selbstliebe richtig los ging, kümmerte ich mich eher noch um andere. Hier gab es ebenfalls einen Schlüsselmoment. Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich gesprungen wäre, aber geholfen habe ich dem jungen Mädchen auf jeden Fall:

 

Wir feierten Silvester auf einem Dach der Stalinbauten in der Karl-Marx-Allee in Berlin Friedrichshain. Das Dach war prall gefüllt mit jungen und feierfreudigen Menschen. Jemand von meinen Freunden kam und rief mich, ich solle schnell kommen, da wolle jemand vom Dach springen. Wir liefen einmal quer zur anderen Seite durch die Menschenmenge hindurch. Wir kamen dann bei einem Mädchen an, die auf der Mauer, die die Grenze des Daches war, mit dem Rücken zu uns saß. Ihre Füße baumelten in der Luft und sie sah auf die Straße hinunter. Ich war ungefähr 18 Jahre alt, sie vielleicht 15. Ich kannte weder sie, noch die Personen um sie herum. Ich war ganz ruhig und gefasst und wusste intuitiv, was zu tun ist. Ich trat an sie heran und stellte ihr ein paar wenige Fragen, die sie letztendlich dazu veranlassten, wieder von der Mauer herunterzukommen. Ich baute eine Verbindung zu ihr auf. Ich gab ihr meine Telefonnummer und sie rief am nächsten Tag an, um sich bei mir zu bedanken.

 

Durch diese Situation wurde mir klar, dass ich eine besondere Feinfühligkeit und Intuition in solchen Momenten habe. Ich begegne Menschen auf Augenhöhe und fühle, was gebraucht wird.

 

 • Mein Leben bis in die 30iger hinein • 

 

Nach meinem Auszug aus dem Elternhaus lebte ich sehr limitiert: Ich wusch beispielsweise aus vermeintlicher Sparsamkeit mit kaltem Wasser ab und fror morgens im ungeheiztem altberliner Klo. Die Dusche war in der Küche. Im Winter fror ich beim Duschen, da ich hier auch wenig heizte.

 

In der Uni, während meines Studiums der Genderstudies und Philosophie, kam ich mir lange nicht schlau genug und fremd vor. Ich hatte depressive Phasen und versuchte meine Traurigkeit und den inneren Stress mit allen möglichen Substanzen und Strategien zu betäuben.

Mit 23 entschied ich mich daher für eine Psychoanalyse, die mich mit mir wieder in den Kontakt brachte. Kurz darauf wendete ich mich auch alternativen Therapieformen zu und begann, mich intensiver mit mir auseinanderzusetzen, bis es mir Stück für Stück immer besser ging.

 

Alleinsein fiel mir allerdings weiterhin schwer und so ging ich eher ungesunde Beziehungen ein, in denen ich an meinen Freunden „rumtherapierte“, anstatt bei mir zu schauen. Eine Beziehung zu haben, erschien mir besser zu als ohne zu sein.

 

Ich studierte über 10 Jahre. Die Zeit des Studiums nutzte ich für meine Persönlichkeitsentwicklung und dafür, für meinen Unterhalt zu sorgen.

 

Mit 27 begann ich in einem Call Center zu arbeiten, in dem meine kommunikativen und empathischen Fähigkeiten sehr viel mehr gefragt waren, als in meinen bisherigen Jobs. Hier erhielt ich Anerkennung für meine besondere soziale Ader. Ich entdeckte zu dem Zeitpunkt, wie viel Freude es mir bereitet, Menschen darin zu unterstützen, ihre Blockaden und Unsicherheiten zu überwinden. Da wurde mir klar, dass ich Coach werden will.

Ich blieb immer offen für unkonventionelle Methoden und nutzte die volle Unterstützung von Freund*innen, Heilpraktiker*innen und Kolleg*innen.

 

 • Das Ziel war klar, der Weg dorthin verlief (natürlich 🙂) anders als geplant • 

 

Mir ging es immer besser und ich arbeitete daran, mir ein Leben nach meinen Vorstellungen zu ermöglichen. Neben meinem 30ig stündigen „Ich-will-erst einmal-viel-Geld-verdienen-Job“, legte ich bereits seit 2009 regelmäßig Techno in den Berliner Klubs auf und irgendwann auch außerhalb der Republik. Das stärkte mein Selbstwertgefühl und meinen Drang nach Selbstbestimmung. Nach der Uni 2014 übte ich also zwei Jobs parallel aus. Ich dachte, beides zusammen zu machen, wäre ein super Lebensentwurf. Ich hatte sogar noch Zeit für Sport und war total happy damit, nicht 9 Stunden in einem Büro zu verbringen. Ich unterschätzte jedoch meine Hochsensibilität ganz gewaltig. Mit 60 anderen Personen in einem Großraumbüro zu sitzen und nur Anerkennung durch Profitmaximierung zu erhalten, ließ mich innerlich wie äußerlich rebellieren. Der Job an sich machte mir Spaß, die Führungskultur und fehlende Wertschätzung forderten jedoch meinen starken Gerechtigkeitssinn und mein Nervensystem bis zur Überreizung heraus.

 

Nach 1,5 Jahren Festanstellung, plus nächtlichem Auflegen an vielen Wochenenden, kamen zu ein paar wenigen Stresssymptomen noch einige dazu und ich musste für mich einsehen, dass ich nicht das leisten kann, was ich dachte. Ich war bald so erschöpft, dass ich auf nichts mehr Lust hatte. Ich verließ das Unternehmen. Ab nun sollte es mir großartig gehen, aber dieses Gefühl blieb aus. Ich war abgeschlagen, ausgebrannt und freudlos.

 

Es bedurfte noch einiger weiterer, teilweise recht radikaler Schritte, um die Lebensfreude in mir spüren zu können, auf deren Suche ich war. Unter anderem machte ich eine 3-monatige Südostasienreise. Den krassesten Wandel erlebte ich 2016 durch „Kambo“. Damit wurde ich die tiefsitzende Traurigkeit los.

 

 • Was mir geholfen hat • 

 

Ich lernte viel aus meinen entwickelten Symptomen. Diese (Kopf-, Hüft,- Schulter, Menstruations- und Rückenschmerzen, Schilddrüsenunterfunktion, Konzentrationsprobleme, niedrigen Blutdruck, Schlafstörungen, Depression, Tinnitus, Parodontitis, Reizdarmsyndrom, Ödeme im Gesicht, Müdigkeit, Erschöpfung, innere Unruhe, Angespanntheit, gestörtes Essverhalten, unregelmäßiger Zyklus, Suchtverhalten und Autoaggression) gehören mittlerweile der Vergangenheit an.
Therapeutische Unterstützung fand ich durch Grinberg (jetzt Pantha Rei), Holotropes Atmen, Aufstellungsarbeit, Alchemistischen Verreibungen, MBSR, Kambo, klassische Homoöpathie, TCM (Akupunktur), Jurema (Pflanzenmedizin, ähnlich wie Ayahuasca), Mikrostrom, Meditation, Coaching, Beratung und Seelenheilung.

 

 

Ich habe einen Magistra Artium in Philosphie und Genderstudies. 2017 hab ich eine Weiterbildung zur Systemischen Coachin, zur Mediatorin und zur Trainerin am Institut für Managementberatung in Berlin Prenzlauer Berg gemacht. Des weiteren bin ich bei der Telefonseelsorge in Berlin Kreuzberg ausgebildet worden. 2019 habe ich mich an der Somatischen Akademie in Somatischer Mediation weiterbilden lassen. Am meisten lerne ich nach wie vor vom Leben selbst. Ich reflektiere, tausche mich aus und lese massenweise Fachbücher 🙂.

 

Ich bin Mitglied im Hochsensiblen-Netzwerk:

Die Gemeinschaft hochsensibler Menschen